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Kommunikation

Modelle der Kommunikation kompakt erklärt (Teil 2)

By Juni 4, 2026Juni 5th, 2026No Comments
Blaues Meer, Strand mit blauen Sonnenschirmen als Symbolfoto für Kommunikationsmodelle

Kommunikation ist der Schlüssel zu erfolgreichen Beziehungen, effizienter Zusammenarbeit in Teams und klaren Botschaften. Doch welche Mechanismen steuern den Austausch von Informationen? Und wie lassen sich Missverständnisse vermeiden? Wie kann man seinem persönlichen Kommunikationsmustern auf die Spur kommen? In einer Serie stelle ich die aus meiner Sicht wichtigsten Kommunikationsmodelle für berufliche (und auch private) Kommunikation vor. Dies ist Teil 2 – zu Teil 1 der Serie geht es hier.

4. Das Transaktionsanalysemodell (Berne, 1961)

Berne unterscheidet drei Ich-Zustände: das Eltern-Ich (normativ, bewertend), das Erwachsenen-Ich (rational, lösungsorientiert) und das Kind-Ich (spontan, emotional). Kommunikation verläuft harmonisch, wenn die Ich-Zustände der Gesprächspartner kompatibel sind – etwa Erwachsenen-Ich zu Erwachsenen-Ich. Probleme entstehen, wenn ein Eltern-Ich („Das macht man nicht!“) auf ein Kind-Ich („Aber ich will das!“) trifft. Solche Transaktionen können zu Machtkämpfen, Unterwürfigkeit oder Blockaden führen. Das Modell zeigt, wie frühkindliche Prägungen und soziale Rollen unser Kommunikationsverhalten steuern. Es bietet eine Erklärung für wiederkehrende Konflikte in Teams, Familien oder Hierarchien. Mit Hilfe des Modells kann man Machtspiele in Gesprächen zu erkennen und konstruktive Ich-Zustände zu fördern.

Literatur: Berne, E. (1967). Spiele der Erwachsenen. Rowohlt.

5. Das Kommunikationsquadrat (Friedemann Schulz von Thun, 1981)

Das Kommunikationsquadrat zeigt, dass jede Äußerung vier Seiten hat: Sachinhalt, Appell, Beziehung und Selbstoffenbarung. Ein Satz wie „Hier ist es kalt“ kann eine sachliche Feststellung sein, eine Bitte („Mach das Fenster zu!“), eine Kritik („Du kümmerst dich nie um die Temperatur!“) oder ein Hinweis auf das eigene Befinden. Missverständnisse entstehen, wenn Sender und Empfänger unterschiedliche Seiten betonen. Das Modell trainiert die Fähigkeit, mehrdeutige Botschaften zu analysieren und gezielt nachzufragen, welche Ebene gemeint ist.

Literatur: Schulz von Thun, F. (1981). Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Rowohlt.

6. Das Modell der gewaltfreien Kommunikation (Rosenberg, 2001)

Rosenbergs Ansatz besteht aus vier Schritten: Beobachtung (neutral beschreiben, was passiert ist), Gefühl (wie man sich dabei fühlt), Bedürfnis (was man braucht) und Bitte (konkrete, umsetzbare Handlung vorschlagen). Das Ziel ist, Vorwürfe und Schuldzuweisungen zu vermeiden und stattdessen Empathie und Kooperation zu fördern. Statt zu sagen „Du ignorierst mich!“, formuliert man: „Wenn ich unterbrochen werde (Beobachtung), fühle ich mich nicht ernst genommen (Gefühl), weil mir Respekt wichtig ist (Bedürfnis). Können wir abwechselnd sprechen? (Bitte)“. Die Methode reduziert Abwehrhaltungen und schafft eine Basis für lösungsorientierte Gespräche. Das Modell der gewaltfreien Kommunikation („GFK“) ist besonders wirksam in Konflikten und Feedbackgesprächen, um sachlich und wertschätzend zu kommunizieren.

Literatur: Rosenberg, M. B. (2001). Gewaltfreie Kommunikation. Junfermann.

Teil 1 der Serie zu Kommunikationsmodellen ist hier abrufbar.

Teil 3 der Serie wird in loser Folge erscheinen.

Beitragsbild: Edgar Chaparro / Unsplash.com

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